Sind 401(k)-Pläne bald überholt?

Die Zukunft der 401(k)-Pläne: Werden sie überflüssig?
Zwischen 1985 und 2012 verschwanden in den USA insgesamt 84.350 Betriebsrentenpläne. Während 1970 45 % der Beschäftigten im privaten Sektor noch über eine leistungsorientierte Pension verfügten, sind es heute nur noch 15 %. Könnte das Gleiche auch mit den 401(k)-Plänen geschehen?
Es mag verrückt erscheinen, diese Frage zu stellen, angesichts der weitverbreiteten Nutzung der 401(k)-Pläne. Doch vor vielen Jahren hätte man auch über Pensionspläne der 1970er Jahre ähnliches denken können. Damals hätte man gesagt: „Pensions sind das Fundament des amerikanischen Rentensystems.“ Und „Wie könnten wir ohne sie leben?“ Aber die Zeiten ändern sich, und das tun auch die Perspektiven für die Altersvorsorge. Könnte ein ähnlicher Wandel auch in Bezug auf die 401(k)-Pläne bevorstehen?
Um diese Frage zu beleuchten, sollten wir uns zunächst anschauen, was die Pensionspläne in Bedrängnis brachte und wie die Regierung versuchte, das System zu retten.
Der Zusammenbruch der Pensionspläne wurde durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Ein prägnantes Beispiel ist die Schließung der Studebaker-Packard Corporation in South Bend, Indiana, im Dezember 1963. Nach der Schließung des Werks brach das Unternehmen seine Rentenverpflichtungen gegenüber seinen Angestellten. Dies führte zu einem erheblichen Chaos, da tausende Arbeitnehmer ihre Ansprüche verloren. Die Reaktionen der Öffentlichkeit auf diese Missstände, unter anderem durch einen Dokumentarfilm von NBC, erweckten schließlich die Aufmerksamkeit der Regierung.
1974 wurde schließlich das Employee Retirement Income Security Act (ERISA) verabschiedet, das grundlegende Regelungen für private Altersvorsorgepläne einführte. Das Gesetz sollte sicherstellen, dass Mitarbeiter zumindest einen Teil ihrer Ansprüche erhalten, auch wenn der Arbeitgeber pleitegeht. Doch trotz der Fortschritte, die ERISA gebracht hat, verschwanden in den folgenden Jahren die Pensionspläne zunehmend zugunsten von beitragsorientierten Plänen wie der 401(k).
Die Einführung der 401(k)-Pläne im Jahr 1978 ermöglichte Unternehmen, das Risiko der Altersvorsorge auf ihre Mitarbeiter abzuwälzen. Anstatt selbst in die Investitionen zu investieren, mussten die Mitarbeitenden diese Entscheidungen künftig selbst treffen, während Arbeitgeber nur für die Verwaltung der Pläne zuständig waren. Dieses Modell erwies sich als einfacher und weniger riskant.
Aber wird dieses Modell auch in Zukunft tragfähig bleiben? Oder ist die 401(k) nur eine moderne Form der klassischen Pension?
Der Rückgang der Pensionspläne ist nachvollziehbar: Wieso sollte ein Unternehmen in die Anlageverwaltung im Interesse seiner Mitarbeiter investieren? Im Gegensatz dazu gibt es bei den beitragsorientierten Plänen wie der 401(k) derzeit keinen ähnlichen Druck.
Dies könnte sich jedoch ändern. Die neue Arbeitswelt entwickelt sich weiter. Immer weniger Menschen bleiben Jahrzehnte in einem Job; stattdessen ist das „Job-Hopping“ unter den jüngeren Generationen im Trend. Statistiken zeigen, dass die Fluktuation im Jahr 2022 besonders hoch war, insbesondere bei jungen Arbeitnehmern. Oftmals bedeutet ein Jobwechsel, dass man Ansprüche auf Rentenleistungen verliert, was die 401(k) als Altersvorsorge weniger attraktiv macht.
Ein weiterer Punkt, der die Anziehungskraft der 401(k) mindert, ist die Ungewissheit, die die Zukunft der Arbeit umgibt. OpenAI hat Modelle entwickelt, die möglicherweise viele Arbeitsplätze ersetzen könnten, was die Frage aufwirft, ob es sinnvoll ist, über Jahrzehnte hinweg Geld in einen 401(k)-Plan einzuzahlen ohne zu wissen, wie der Arbeitsmarkt in naher Zukunft aussehen wird.
Zwar bleibt es abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird. Doch keineswegs ist es unvernünftig, dass junge Menschen die Bedeutung der 401(k) in Frage stellen. Die Unsicherheiten sprechen dafür, dass in Zukunft weniger Mitarbeitende diese Konten aktiv anfordern und Arbeitgeber sie ebenfalls weniger bereitstellen könnten.
Wenn Sie zudem über signifikante Ersparnisse in einem 401(k)-Plan oder einer anderen Altersvorsorge verfügen, sind Sie möglicherweise auf der sicheren Seite. Aber für diejenigen, die noch am Anfang stehen, könnte der Sturm am Horizont bedeuten, dass die alten „Schiffe“ nicht mehr den zukünftigen Herausforderungen gewachsen sind.
Investieren Sie gut und danke für Ihr Interesse.